Wiktoria's Life

Die größten Herausforderungen für mich als Mama

Vor einiger Zeit bin ich auf Danielas Blogparade gestoßen. Auf ihrer Website http://keep-cool-mama.de/ frägt sie uns Mütter nach unserer größten Herausforderung. Auch wenn mir auf Anhieb ungefähr 54756 Herausforderungen einfielen nahm ich mir bewusst Zeit um meinen Alltag zu beobachten und die Herausforderungen näher zu definieren. Drei große sind geblieben.

Organisation & Ordnung

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Wie ich Euch bereits erzählt habe, lebe ich als Erwachsene mit ADHS. Demnach sind die beiden O’s in meinem Leben so eine Sache. Obgleich ich viel organisierter bin als frührer – meine Rolle als Mutter hat alles nochmal in ein neues Licht gerückt. Mein eigener Anspruch ist nochmal eine ganze Spur strenger geworden. Und ehrlich: wer mich kennt weiß dass das keine Kunst war. Da war durchaus noch Luft nach oben.

Aber meine Güte, warum hat mir denn keiner im Vorfeld gesagt dass gefühlt 90 % des Mamaseins aus Haushalt besteht? Drei mal am Tag den Hochstuhl wischen, oft genug den Boden dazu weil Madame ihr Essen herunter geschmissen hat? Wasser vom Laminat wischen weil sie ihren Becher aufgemacht hat? Und dann diese unendlichen Wäscheberge. Immer wenn ich glaube, ich habe sie endlich abgebaut kommt von irgendwo auf einmal ein neuer Berg Wäsche her. Es hört niemals auf. Wenn ich eines Tages in der geschlossenen Anstalt lande dann weil ich hysterisch angefangen habe zu schreien „Wäsche! Überall Wäsche!“Aber Spaß beiseite… für mich als Königin des kreativ-symphatischen Chaos war dies eine enorme Umstellung. Ich habe seit ein paar Wochen einen Haushaltsplan – und oh Wunder – ich halte mich sogar daran.

Generell hat die ganze Organisation des Lebens hat auf einmal neue Ausmaße angenommen. Was uns zum nächsten Punkt führt:

 

Fremdbestimmung

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Vielleicht ist dies meine persönlich größte Herausforderung. Alles was ich tue oder nicht tue mache ich in Abstimmung an die Mausi. Arzttermine werden wie Audienzen bei der Queen geplant. Muss ich einen Babysitter organisieren oder gibt es die Möglichkeit sie mitzunehmen? Zur Krankengymnastik nehme ich sie in der Regel mit – was meistens dann so ausschaut dass mein Physiotherapeut meinen steifen Nacken im Sitzen bearbeitet während mein Töchterchen ihn auf meinem Schoß sitzend finster anfunkelt. Oder ihm die Handtücher aus dem Regal räumt. Oder schreit. Selten waren Massagen so entspannend…

Selbst die banalsten Dinge sind kompliziert geworden. Kurz zum Bäcker, der 100 Meter vor meiner Haustür ist? Ohne Kind eine Sache von 5 Minuten. Mit Kind? Strumpfhose holen, oh Windel voll. Windel wechseln, Strumpfhose an, Hose, Jacke, Mütze, wo ist das doofe Dreieckstuch? (die verstecken sich gerne, sie sind eher zurückgezogene Zeitgenossen), Schnuller. Öhm… na gut dann gibt es eben Grießbrei zum Frühstück statt frischer Brötchen.

Was mir total fehlt sind meine Fitness-DVDs. Ich würde so gerne tagsüber trainieren. Leider habe ich es mich bisher nicht getraut denn es würde am anschließenden Duschen scheitern. Nachdem meine Tochter mir schon einmal bewiesen hat dass sie da nix kennt und kurzerhand die Duschkabine aufgemacht hat und reingeklettert ist traue ich mich nicht mehr mit ihr im gleichen Raum zu Duschen. Das war ein Spaß dem klatschnassen Kind die triefenden Klamotten vom Leib zu friemeln…

Vor der Geburt war ich ein sehr spontaner Mensch, habe wenig geplant und oft einfach gemacht. Tatsächlich nehme ich die Mausi so gut es geht immer und überall mit. Dass ich die Frechheit besäße so normal wie möglich weiterzumachen – nur eben mit Kind – das hat mir schon einige schiefe Blicke eingebracht. Natürlich habe ich niemals erwartet dass mein Leben so weiter geht wie bisher aber diese extreme Fremdbestimmung ist eine Herausforderung für sich.

Freundschaften

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Oben genannte Herausforderungen waren ja trotzdem mehr oder weniger zu erwarten. Was ich nicht erwartet hatte war wie sich meine Freundschaften verändern würden. Hier habe ich schon vor einiger Zeit darüber geschrieben und passend zum heutigen Thema heute möchte ich noch einmal kurz darauf eingehen.

Ich habe meine beste Freundin verloren. Schon in der Schwangerschaft wurde es kompliziert. Sie, die beruflich erfolgreiche Single Mittdreißigerin und ich, die verheiratete Hausfrau. Unsere Gemeinsamkeiten haben uns geeint und unsere Unterschiede uns bereichert. Aber mit dem Baby wurde die Kluft zwischen uns unüberwindbar. Das habe ich nicht nur bei dieser einen speziellen Freundin gemerkt, generell hat sich das Meer geteilt: in Eltern und Nicht-Eltern. Viele Kinderlose haben ein Problem bekommen dass mein Leben sich jetzt immer mehr um Windeln, Flaschen und Schlafenszeiten dreht. Wobei das Problem vielmehr darin bestand dass meine Themen in Gesprächen sich geändert haben. Natürlich habe ich immer versucht ich selbst zu bleiben und nicht nur über das Baby zu reden aber machen wir uns nix vor liebe Mamas: unsere Kinder beherrschen unsere Gedanken nun einmal. Man muss höllisch drauf aufpassen dass die Ausgewogenheit bleibt.

Bei meiner besten Freundin hat dies nicht geklappt. Ich weiß nicht ob unsere Freundschaft zu retten gewesen wäre. Am Ende wollten wir es beide wohl nicht mehr.

Was fordert Euch am Mütter-Sein am meisten? Verratet es mir hier in den Kommentaren oder nehmt an Danielas Blogparade teil. Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

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