Mutter-Kind-Kur in Neuhaus-Schierschnitz: Die erste Woche

Neuhaus-Schierschnitz

Hallo zusammen,

die erste Woche meiner Mutter-Kind-Kur im Mutter-Kind-Kurhaus Schloss Neuhaus in Neuhaus-Schierschnitz ist vorbei. An dieser Stelle möchte ich Euch erzählen, wie das erste Drittel gelaufen ist.

Die Unterkunft

Das Haupthaus
Das Haupthaus

Der erste Eindruck vom Kurhaus war sehr positiv. Das alte Schloss (das in der Form seit 1878 steht) sowie das moderne Haupthaus. Wir wurden im zweiten Untergeschoss im Haupthaus untergebracht. Da das Haus am Hang steht, sind wir von unten gesehen im 1. Stock 🙂

Die Zimmer sind sehr kahl und funktionell – ich bin wirklich froh, dass ich Familienfotos und LED Teelichter mitgebracht habe, so konnte ich mir ein bisschen Heimleigkeit einrichten. Das Apartments bestehen aus vier Räumen: dem Flur, dem Bad, dem Kinderzimmer sowie dem Mutterzimmer. Jede Mama kann sich aussuchen, was für ein Bett sie für ihr Kind haben möchte. Ich habe für meine Kleine ein normales Bett mit Rausfallschutz bestellt. Den Rausfallschutz habe ich inzwischen aber wieder weg, meine Süße schläft am liebsten offen 🙂

Zum Essen müssen wir in Schloss rüber gehen. Das empfinde ich als kleinen Nachteil, weil wir jedesmal Jacke, Schuhe, Mütze – halt die volle Montur anziehen müssen. Im Sommer mag das kein Problem sein, im Herbst / Winter empfinde ich das schon als etwas lästig. Am Zimmer stehen zwei Wasserflaschen, die man jederzeit nach Bedarf im Speisesaal gegen neue tauschen kann.

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Blick ins Tal vom Schloss aus
Blick ins Tal vom Schloss aus
Die Burg in Neuhaus-Schierschnitz
Die Burg in Neuhaus-Schierschnitz

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was wirklich genial ist, ist die Lage. Gehe ich aus dem Haupthaus heraus, blicke ich auf die historische Burg von Neuhaus-Schierschnitz. Ein Anblick, der mich jeden Tag neu begeistert. Heute war zum Glück das Wetter so gut, dass ich sie fotografieren konnte. Links vom Haupthaus ist das Schloss. Überhaupt liegt die Mutter-Kind-Kur Einrichtung auf einem Berg mitten im Ort. Schloss, Burg und Kirche bilden so den geographischen Mittelpunkt des Ortes. Uns zu Füßen liegt im Tal eingebettet Neuhaus-Schierschnitz. Aus fast jedem Fenster im Haus genießt man einen Ausblick auf die Gemeinde. (Bis auf das Kinderzimmer, das blickt direkt auf die alte Burgmauer 😀 ) Es ist wirklich schön hier.

Das Essen

Kommen wir gleich zu einem der absoluten Highlights der Kur: der KÜCHE! Wenn die hier eines können, dann ist es KOCHEN! Das Essen ist der Wahnsinn! Es gab Knoblauch-Spaghetti, Putenschnitzel mit Gemüse, Kartoffelsuppe, Kalbsbraten mit Semmelknödeln und Rahmsauce, und und und. Da habe ich in Hotels schon schlechter gegessen. Gestern haben wir in der Ernährungsberatung erfahren, dass es am Ende ein Rezeptheft mit den Mahlzeiten gibt. Darauf freue ich mich schon sehr.

Der Speisesaal
Der Speisesaal

A propos Ernährungsberatung. Kommen wir zu der Kur an sich…

Anwendungen & Freizeit

Obwohl wir nun schon eine Woche da sind, gehen die Therapien erst seit Montag so richtig los. Donnerstag bis Sonntag war ganz wenig angesetzt (das Arztgespräch und mal eine Massage, am Wochenende war nichts). Die Kurleitung erklärte uns zu Beginn, dass dies bewusst so gedacht sei, damit wir Mütter uns erstmal kennenlernen können, Grüppchen bilden, für uns selbst überhaupt erst runterkommen und entspannen. Den meisten von uns fiel das tatsächlich ein bisschen schwer…! Am Freitag wurde ich direkt unruhig… ich bin es einfach nicht mehr gewohnt, so viel Zeit zu haben.

In meiner ersten Woche wurden alle meine Baustellen einmal angesprochen. Ich bekomme psychologische Einzelgespräche, sehr viel Sport für Rücken und Fitness (aber auch Massagen und Fango) ,wurde auf Diät gesetzt (Ernährung und Sport) und lerne Entspannungstechniken. Vormittags sind die Anwendungen, Nachmittags wird es dann meist etwas kreativ. So habe ich schon getöpfert (mit wenig Erfolg 😀 ) und mit Salzteig gearbeitet (das lief schon entschieden besser). Die Woche wird noch Seidenmalerei angeboten. Man kann sich hier wirklich austoben, Zeit für sich finden und gut ausprobieren. Ich hatte am Dienstag die Einführung ins Nordic Walking. Ich finde den Sport jetzt so toll, dass ich mir zu Weihnachten Stöcke und Stirnlampe wünsche. Ehrlich, ich hätte nie gedacht, dass mir das so viel Spaß machen könnte.

Morgen lerne ich die Entspannungsmethode Indian Balance kennen. Es ist wohl eine aktive Form der Entspannung. Autogenes Trainung und so fand ich schon immer sehr öde, daher freue ich mich, dass ich hier was mit Bewegung bekommen habe. Ich habe es extra nicht gegoogelt, ich lasse mich morgen einfach überraschen.

Und wo ist die Maus in der ganzen Zeit?

Seit Donnerstag geht die Maus in die Krippe. Da wir ja nur drei Wochen hier sind, war die Eingewöhnung eher kurz und brutal. Sie ging von Donnerstag bis Samstag den halben Tag hin, ohne groß einzugewöhnen. Die Erzieherinnen sind sich dessen durchaus bewusst – aber bei drei Wochen Gesamtaufenthalt können wir halt keine zwei Wochen eingewöhnen. So werden die Kinder leider ins eiskalte Wasser geworfen. Meine verträgt es zum Glück recht gut. Sie trauert nicht groß, sie ist nur sehr wütend, wenn ich gehe. Aber ich habe mir vor nach mir gehenden Mamas sagen lassen, dass sie meist nach zwei drei Minuten drüber weg ist und mit den Kindern spielt.

Generell ist die Krippe ein wahrer Segen für sie. Auch ohne Eingewöhnung. Sie hat in der ersten Woche sehr viele neue Wörter gelernt, ist sozial und auch motorisch einen ganzen Schritt weiter. Nach nur sieben Tagen!! Ich bin echt beeindruckt. Ihr tun die Kinder hier so gut. Inzwischen hat sie auch genug Vertrauen zu den anderen Müttern gefasst, so dass ich sie mal ein paar Minuten alleine mit ihnen lassen kann.

30 Mamas, 40 Kinder, 2 Häuser

Da wird es schon mal eng. Man lebt hier eben auf kleinsten Raum zusammen, pro Stockwerk 4 bis 6 Familien. Das ermöglicht uns aber auch, einander wirklich kennenzulernen. Und irgendjemand ist eh immer in der Teeküche oder in einem der beiden Spielzimmer 🙂 Gerade nach der ersten Woche merke ich, dass wir anfangen, einander zu vertrauen. Die Fremde am Tisch wird immer mehr zu einer Frau, mit der man richtig gut reden kann. Man findet so langsam „seine Menschen“ in der Gruppe, mit denen man öfters mal spazieren geht oder sich zum Spielen trifft.

Durch die Apartments hat man aber jederzeit die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Bisher habe ich eine sehr gute Balance zwischen Austausch mit den anderen und Ruhe für mich gefunden. Das tut mir sehr gut.

Das erste Fazit

Die erste Woche Kur ist nun vorbei und ich komme langsam aber sicher in der Situation an. Ich genieße es, Zeit für mich zu haben, ohne währenddessen vom schlechten Gewissen gepeitscht zu werden, jetzt doch lieber das Bad putzen oder den Keller aufräumen zu müssen. Ich muss es Euch nicht erzählen, ein Leben ohne Kochen und Putzen ist ein wahrer Segen! Und wenn ich dann die kleine Maus aus der Krippe abhole, habe ich richtig Muse und Freude daran, mit ihr zu Spielen und Zeit mit ihr zu verbringen. Auch wenn ich natürlich auch zu Hause viel mit ihr spiele – die Euphorie darüber geht im Alltagstrott doch oft verloren. Dies lerne ich gerade neu. Und ich genieße es sehr.

Zu den Problemen des Alltags und vor allem zu den Gründen, warum ich letztenendes auf Kur gefahren bin, entwickle ich langsam eine gesunde Distanz. Ich habe Zeit, neu und anders über die Dinge nachzudenken. So weiß ich zum Beispiel jetzt schon ganz gewiss, dass ich zu Hause zwei mal die Woche laufen gehen werde. Ich muss meinen Schweinehund nur daran erinnern, wie gut es mir hier auf Kur tut, mich zu bewegen. Ehrlich, das hatte ich ganz vergessen.

Die erste Woche war toll. Ich bin sehr gespannt auf das, was noch kommt. Und freue mich darauf, morgen den Tag mit einer herrlichen Massage und Fango zu starten.

gelbes-stockwerk

2 Gedanken zu „Mutter-Kind-Kur in Neuhaus-Schierschnitz: Die erste Woche

  1. Guten Morgen,
    Das klingt doch wirklich gut und scheint auch genau das richtige zu sein um zu sich, zu finden, sich zu erholen und gleichzeitig auch noch Zeit mit Mausi zu verbringen. Und ihr tut es sicherlich auch richtig gut!

    Nordic Walking habe ich auch dieses Jahr auf einer Prävention-Reise von der Krankenkasse lieben gelernt. Hatte zwar schon ewig Stecken daheim (warum auch immer) – aber das Aufraffen und in der Gegend rumlaufen ist wirklich das schwierigste.

    Hab noch eine schöne Zeit in Neuhaus-Schierschnitz

  2. Danke dir für den ausführlichen Bericht. Ich würde mich über die restlichen 2 Wochen, sehr freuen. Liebe grüße und viel Spaß euch beiden noch.

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