Mutter-Kind-Kur in Neuhaus-Schierschnitz: Die zweite Woche

Oder auch… Ausnahmezustand auf dem Hügel.

Guten Abend zusammen,

was für eine Woche! Was für vergangene Tage!

Doch fangen wir von vorne an, Schritt für Schritt. Die neue Woche fing hier ja an einem Donnerstag an. Und brachte für mich ein absolutes Highlight ins Spiel – die aktive Entspannungstechnik Indian Balance. Hier auf Kur hat noch niemand davon gehört, weshalb ich es Euch kurz vorstellen möchte.

Indian Balance

wurde uns als „indianisches Yoga“ vorgestellt. Tatsächlich ist es eine Art Yoga, die Bewegungsabläufe erinnern etwas daran. Die Bewegungen sind saft und gleitend, dabei arbeiten die Muskeln auf eine sanfte Art mit und werden so trainiert. In erster Linie ist Indian Balance aber eine Entspannungstechnik. 2006 kam das Programm erstmals auf den Markt. Der Müncher Christian de May, von Beruf Physiotherapeut, hat diese Technik entwickelt und vermarktet sie seitdem. Einen kurzen Einblick ins Programm bekommt ihr hier:

Unsere Physiotherapeutin hier im Schloss Neuhaus stellte uns das Konzept vor. Zugegeben, wir teilten uns danach in zwei Lager. Ein paar von den Müttern konnten damit gar nichts anfangen und kamen nicht wieder. Ich dagegen kam so richtig an. Wie ihr wisst, habe ich schon so einiges ausprobiert und wieder verworfen: Im Indian Balance habe ich den Eindruck, endlich den richtigen Weg für mich gefunden zu haben. Die Bewegungsabläufe liegen mir sehr gut (und tatsächlich wurde ich das erste und bisher einzige mal auf Kur nicht bei einem Sportprogramm korrigiert, zwecks Haltung, etc.). Es scheint wie für mich gemacht. Nun hatte ich leider eine Zwangspause und habe eine Stunde verpasst (dazu später mehr). Heute hatten wir wieder eine Lektion und obwohl ich es erst zum zweiten mal hatte, habe ist festgestellt, dass ich es sehr vermisst habe. Meine Schultern und mein Rücken werden sanft trainiert. Es ist nicht anstrengend und doch spürt man seine Muskeln. Die Bewegungen sind dynamisch aber nicht hektisch, wie zum Beispiel beim Zumba. Gleichzeitig bekomme ich meinen Kopf frei, wie bei kaum einer anderen Entspannungstechnik. Lange Rede, kurzer Sinn: Indian Balance ist zu 100 % meins. So sehr, dass ich mir vorhin erst die dazugehörige DVD bestellt habe. Ich muss es zu Hause unbedingt weiter betreiben.

Erwähnte ich eine Zwangspause…. Ach, da war ja was….

Ein Kurhaus steht Kopf

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Das Wochenende kann völlig zu Recht als komplett verrückt bezeichnet werden. Angefangen hat es für mich am Samstag,als mein hustendes und weinendes Töchterchen innerhalb von zwei Stunden massiv abgebaut hat. Sie hat geweint, um sich geschlagen und im Wechsel Papa und Aua gerufen. Schnell habe ich Notfall-Kinderärztin herausfinden können. Zum Glück war sie hier in Neuhaus-Schierschnitz, so dass ich hinlaufen konnte. Die Diagnose war eine Bindehautentzündung und eine schwere Erkältung. Krippenverbot bis Montag mindestens. Bewaffnet mit Augentropfen, Paracetamol und Nasentropfenhabe ich das weindende Kind ins Bett verfrachtet. Zum Glück war der Papa schon auf dem Weg!

Als dieser eintraf, erfolgte eine halbe Blitzheilung. Das Kind war so glücklich. Leider wurden die Augen immer schlimmer und das Kurhaus legte uns nahe, im Zimmer zu essen. Bindehautentzündung ist nunmal furchtbar ansteckend..

Der Supergau kam dann allerdings in der Nacht von Samstag auf Sonntag. Gegen 3 Uhr morgens hielt mich nichts mehr und ich suchte das Bad auf. Es dauerte eine ganze Weile und ich musste die Nachtschwester rufen, damit sie auf mein Kind aufpasste. Interessanterweise war die Schwester gar nicht überrascht, dass ich sie wegen Magen Darm gerufen habe. Wie sich herausgestellt hat, haben in dieser Nacht 30 Personen gebrochen. Innerhalb weniger Stunden wurde aus dem Schloss Neuhaus das Lazarett Neuhaus. Woher es kam, ist bis jetzt nicht geklärt. Die Kurleitung tut allerdings ihr bestes, um dieses Wochenende aufzuklären.

Leider ist seitdem auch die Stimmung im Haus etwas gekippt. Alle hatten sich verschanzt. Die Kranken, um nicht anzustecken. Die Gesunden, um sich die Pest nicht auch noch zu holen. Unser toller Zusammenhalt, den ich letzte Woche gelobt habe – er war weg. Zwei Tage später sind drei Mamas abgereist. Zwei nicht-betroffene aus Angst, sich anzustecken und eine betroffene Mama. Inzwischen legt sich die schlechte Stimmung etwas und wir kommen zum Tagesgeschehen zurück.

Zum Glück hat es meine Tochter nicht auch erwischt, obwohl sie angeschlagen war. Wegen der Bindehautentzündung (die  endgültig vorbei ist) wurden wir übrigends bis Dienstag in der Isolationshaft gehalten. Ich habe richtig gemerkt, dass die Krippe gefehlt hat. Nie habe ich mein Kind so unausgelastet gesehen, wie an dem eigentlich schon gesunden Dienstag. Ich freue mich schon direkt auf die zwei Monate zu Hause, bevor sie ab Februar in die Krippe darf. Da werde ich wohl kreativ werden müssen!

Die Muttis sind los!

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Ein Highlight gab es die Woche noch: die Kurmamas haben ohne die Kinder einen Ausflug nach Coburg gemacht. Da meine Süße zurück in die Betreuung durfte, konnte ich auch mitfahren. Angefangen haben wir unseren Ausflug in einem tollen Café mit Latte Macchiato und Waffeln! Danach sind wir shoppen gegangen. Die ausdrückliche Order des Kurhauses war, an sich und nicht an die Kinder zu denken. Nun ja, ich habe zwei Spielsachen gekauft – und eine Zahnbürste und eine Haarkur für mich! Zählt das als „an mich gedacht“? Ich habe ja schließlich was für mich besorgt… Ausklingen lassen haben wir die Shopping-Runde im gleichen Café, in dem wir gestartet sind – dieses mal allerdings mit Glühwein bzw. Kinderpunsch.

Endspurt

Nun sind es nur noch zwei aktive Therapietage. Die Kur geht dem Ende zu. Am Dienstag wird gepackt und am Mittwoch früh ist das Abenteuer Mutter-Kind-Kur zu Ende. Das Heimweh steigt langsam, der Lagerkoller wird von Tag zu Tag greifbarer. Dadurch, dass sich „unsere“ Gruppe von 7 Mamas auf 4 verkleinert hat, ist auch irgendwie bisschen die Luft raus. Die Ausgelassenheit und das gute Gefühl der ersten Woche hat sehr gelitten. Der Kontakt mit den verbliebenen Mamas ist natürlich intensiver, man redet viel mehr mit einzelnen Personen. Das ist zum einen sehr schön aber zum anderen hat sich eben auch die tolle Gruppendynamik verändert.

Ehrlich, ich freue mich auf zu Hause. Ich hoffe, mit der einen oder anderen auch noch nach Mittwoch weiterhin Kontakt zu halten. Zu Hause werde ich ein paar Dinge ändern. Das reift immer mehr in meinen Kopf. Was genau ich damit meine, werde ich später noch schreiben.

Es geht zu Ende. Ein Auge lacht. Ein Auge weint.

 

Ps. Entschuldigt, dass ich heute ausschließlich bereits bekannte Bilder oder Bilder von pixabay verwende. Ich hatte wetterbedingt wieder überhaupt keine Möglichkeit, anständig zu fotografieren.

Pps. Nächste Woche gibt es natürlich noch den dritten Wochenbericht samt Gesamtfazit.

 

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