[Türchen Nr. 23] – Abenteuer Großfamilie: Weihnachten in der Großfamilie

Mein Blog heißt: Abenteuer-Großfamilie

Hier findet ihr mich: http://www.abenteuer-grossfamilie.com

Ich heiße: Sissy

Ich bin: Ich bin 32 Jahre alt und habe Psychologie studiert – von „Beruf“ bin ich allerdings momentan Mama von 6 wundervollen Kindern im Alter von 1 bis fast 12 Jahre. Ich liebe es draußen in der Natur zu sein und auch das Reisen ist sehr wichtig für mich. In andere Länder und Kulturen einzutauchen macht unheimlich Spaß und man lernt jede Menge dazu. Seit einigen Jahren leben wir nun vegan und so nachhaltig wie möglich. Wir sind Freilerner und leben daher ein Leben in Freiheit. Meine Hobbies sind das Stricken, Nähen und das Lesen (oder momentan höre ich abends auch sehr gern ein Hörbuch).

So lange blogge ich schon: Ich blogge jetzt seit 8 Jahren, zuerst nur über das Hobby. Mit dem Ausstieg aus dem normalen Leben ins Freilerner- und Reiseleben habe ich meinen neuen Blog gestartet, der noch relativ neu ist und auf seinen ersten Geburtstag wartet.

Darüber blogge ich: Familie, Bedürfnisorientierte Erziehung, Freilernen, Reisen, Alltag in einer Großfamilie

Weihnachten in der Großfamilie

Sechsmal Vorfreude, sechsmal strahlende Augen, sechs Adventskalender, 6 helfende (oder mehlverteilende?) Plätzchenbäcker, dosenweise Lebkuchen, Weihnachtsmarkt, viele Kerzen und noch viel mehr Punsch

Alles das ist Leben in der Weihnachtszeit in unserem Hause. Aber beginnen wir mal ganz am Anfang…der Samstag vor dem 1.Advent ist der Tag an dem wir das Haus schmücken und die großen Weihnachtskisten aus dem Keller geholt werden. Ganz euphorisch sind die ganzen Kostbarkeiten eigentlich recht schnell im Haus verteilt. Von Jahr zu Jahr ist einiges dazugekommen und die erzgebirgische Adventskunst aus unserer Heimat zieht im österreichischen Hause ein. Wir basteln aber auch gern selber und so wird zum Beispiel unser Adventskranz immer selber gemacht und auch einige kleine Weihnachtsgestecke. Dazu geht es meistens vorher in den Wald und es werden Zweige gesammelt und auch die im Herbst gesammelten Tannenzapfen werden dazu hergenommen. Wir sind zwar überhaupt nicht evangelisch/katholisch, feiern aber dennoch ein traditionelles Weihnachtsfest wie wir es unserer Kindheit kennen. Aber es geht uns mehr um das Zusammensein und dieses bewusste zur Ruhe kommen als Familie und eben weniger um den christlichen Hintergrund – daher gehen wir auch an Weihnachten nicht in die Kirche.

Sechsmal Adventskalender oder doch nur einer für alle?

Alle Varianten haben wir ausprobiert und bis Kind 4 habe ich tatsächlich noch für jeden Kind gebastelt und auch selbst befüllt. Aber mir wurde dann klar, dass dies nicht sein muss, es kostet viel Arbeit, viel Platz und noch viel mehr Zeit und am Ende freuen sich die Kinder auch nicht wirklich mehr darüber. Seither halten wir es so, dass jedes Kind einen normalen (veganen) Adventskalender mit Schokolade bekommt und wir einen gebastelten für alle haben, an dem jeden Tag ein anderen Kind einen Türchen öffnen darf. Darin sind dann gemeinsame Aktivitäten wie Plätzchen backen, Adventsgedicht lernen, Ausmalbilder, etwas zum gemeinsamen Basteln oder auch mal ein Kinderschaumbad. In jedem Türchen befindet sich auch ein Leuchtstern, den die Kleinen dann abends in ihrem Zimmer an einen Tannenbaum kleben können und so nochmal ganz deutlich sehen wie lange es noch bis Weihnachten dauert.

Unsere Adventsspirale
Bildrechte: http://www.abenteuer-grossfamilie.com
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Diese begleitet uns noch auch schon einige Jahre und ist für uns ganz wichtig geworden. Jeden Tag erleuchtet die Spirale ein wenig heller und jeden Abend nach dem Abendessen widmen wir uns diesem Ritual, begleitet von leckerem Punsch und Obst lesen wir ein Buch, dass uns mit 24 Geschichten die Zeit des Wartens versüßt und gestaltet. Mittlerweile lesen auch die großen Kinder immer mal wieder ein Geschichte daraus vor und nicht mehr nur ich. In diesem Jahr ist nun ein 4. Kind unter uns was lesen kann und er wird sich ganz bestimmt auch einbringen. Geschmückt haben wir die Spirale außerdem mit den Figuren aus der Weihnachtsgeschichte. Auch für mich ist diese Zeit irgendwie besonders und magisch, weil mir in dieser Zeit oft ganz bewusst wird wie die Kinder groß werden und wie sich damit auch unser Weihnachten immer wieder ein wenig verändert. Die Geschichte vom Weihnachtsmann und Christkind ist jedenfalls lange schon nicht mehr glaubwürdig;

Nikolaus

Mit unserem Umzug nach Österreich haben wir eine etwas andere Kultur von Weihnachten und dem Nikolaus kennengelernt. Hier kommt nämlich der Nikolaus mit seinen Krampussen am Abend des 5. Dezembers. Der Nikolaus belohnt die lieben und braven Kinder und die Krampusse erschrecken die bösen Kinder mit ganz viel Lärm. Wir müssen uns dieser Tradition zwar irgendwie beugen und fanden das auch ganz spannend einmal mitzuerleben, allerdings halten wir es lieber traditionell nach unserer Kultur und daher bekommen unsere Kinder ihre Teller über Nacht gefüllt. Vom Thema brave Kinder – böse Kinder halten wir nämlich mal gar nix. Wir besinnen uns lieber auf die einstige Geschichte des Nikolaus, der armen Familien eine Freude machte. Und auch das ist uns jedes Jahr ein Anliegen. Wir spenden immer einen bestimmten Betrag an eine Organisation die anderen hilft. Auch an Weihnachten im Schuhkarton beteiligen wir uns jedes Jahr.

Adventszeit

Im Allgemeinen bei uns eine ruhigere Zeit. Ich versuche ganz bewusst auch diese Zeit des Jahres minimalistisch zu halten. So gibt es bei uns nicht jeden Tag Kekse und Gebäck, sondern meistens nur an den Wochenenden und den Adventen. Hier gibt es eigentlich auch vorm 1. Advent keine Lebkuchen oder ähnliches. Auch musikalisch wird die Zeit bei uns sehr zelebriert. Am Klavier und am Akkordeon erklingen täglich weihnachtliche Klänge und es wird dazu gesungen. Wir lesen auch ganz viele weihnachtliche Geschichten oder es wird weihnachtlich gemalt und gebastelt. Der Weihnachtsbaum zieht bei uns seit ein paar Jahren immer schon am 4.Advent ein und wird vom Papa und dem großen Sohn besorgt (in Absprache per whats app mit mir :D). Das Schmücken mit so vielen Kinderhänden ist immer eine Herausforderung, aber toi toi toi bis jetzt sind noch alle Kugeln heil geblieben. Ab dieser Zeit verbringen wir die Tage nur noch als Familie. Auch der Heilige Abend und die Feiertage verbringen wir nur noch zu 8. Die Eltern und Großeltern dürfen erst zwischen den Jahren zu Besuch kommen bzw. wir gehen sie besuchen. Da mein Mann berufsbedingt immer viel außer Haus ist, brauchen wir diese Zeit einfach für uns. Und auch der ruhige Ablauf und nicht noch auf 2-3 Leute mehr Rücksicht nehmen zu müssen, haben sich hier wirklich bewährt. Ein Besuch auf dem Christkindlmarkt in Passau ist auch Pflicht, diese besondere Flair ist immer ein ganz besonderes Highlight für uns Eltern und auch für die Kinder.

Der Heilige Abend

läuft bei uns auch ganz entspannt ab. Nach einem gemütlichen Frühstück wird ein letztes Mal die Adventsspirale zelebriert und danach gibt‘s meisten nur etwas kleines und leichtes zu Essen, gefolgt von einem Märchenfilm zu Mittag, bei dem wir uns alle zusammen auf die Couch lümmeln. Danach geht es bei schönem Wetter noch einmal spazieren. Während dann alle draußen sind, stellt einer von uns die Geschenke unter den Baum und wenn wir zurückkommen, gibt es noch einem leckeren Punsch und ein paar Lebkuchen. Die Gespräche der Kinder während dessen, wem wohl welches Geschenk sein könnte und was sich wohl darin befindet sind einfach herrlich. Die leuchtenden Augen und diese Vorfreude…unbeschreiblich schön. Dann beginnt das große Auspacken. Hierbei haben wir die letzten Jahre aber auch ordentlich reduziert und es geht eher darum den Kindern eine Freude zu machen. Auch für Mama und Papa ist immer ein Geschenk dabei;-) Die Freude und Aufregung der Kinder wenn sie uns ihre Geschenke übergeben und wir sie auspacken ist immer etwas ganz Besonderes. Auch die Zeit vorher wenn man sie immer mal flüsternd erwischt wo sie denn die Geschenke verstecken könnten und die Großen den Kleinen dabei helfen. Während die Kinder dann mit ihren neuen Sachen beschäftigt sind, bringe ich das Abendessen auf den Tisch. Hierfür gibt es keine Tradition, es sei denn, sich jedes Jahr etwas neues auszudenken ist auch eine Tradition?

Bildrechte: http://www.abenteuer-grossfamilie.com
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Auch die Feiertage verbringen wir in Ruhe und relativ unspektakulär mit Stollen, gutem Essen, viel spielen, lesen, Märchen gucken und je nach Wetterlage auch draußen. Bei uns gibt es natürlich keine Weihnachtsgans sondern wir kochen auf was wir spontan Lust haben. Klöße und Rotkohl müssen aber dennoch einmal sein, dazu gibt es meistens ein Pilzragout.

Liebe Grüße von der

Großfamilienmama Sissy

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