Wiktoria's Life

Unser erstes Weihnachten als Familie

Der dritte Weihnachtsfeiertag neigt sich langsam zu Ende, der Trubel zieht an mir vorüber. Ich sitze am Laptop und höre Revolverheld und Rea Garvey (die zusammen ziemlich genial klingen, schaut mal auf der Tube).

Ich sortiere Gedanken, blättere im Blog Planner und möchte die letzten drei Tage in Worte fassen. Welche Worte passen? Chaotisch? Aufreibend? Spannend? Aufregend?

AqJWsHAAZ9ZXR_Rwz9YzqP4ZE-Ipl1T81ZgLaKEEvbEu
Handyfoto. Dagegen wirkt der schiefe Turm von Pisa regelrecht gerade…

Von all dem etwas.  Am 23. Dezember habe ich bis tief in die Nacht den Baum dekoriert. Damit die Mausi am nächsten Morgen das große WOOOW erleben kann. Dabei war der Start bereits da schon denkbar schlecht. Dass ich ein Herz für sozial schwache und ungeliebte Weihnachtsbäume habe ist grundsätzlich nichts Neues. Ich kaufe immer den, den sonst keiner haben will. Aber dieses Jahr habe ich einen neuen Rekord aufgestellt. Ich habe einen viel zu hohen Baum ausgesucht (mein Mann musste sage und schreibe 80 cm!!) wegsägen, der einen Knick im Stamm hat und außerdem zwei löchrige Stellen. Wie schaffen es solche Kunstwerke nur am Verkaufsstand wie Prinz Charming auszusehen. Und zu Hause entpuppen sie sich dann als Frosch…??

Am 24. Dezember bin ich dann um 7 Uhr morgens, als es draußen noch tief dunkel war aber wir dank der Mausi trotzdem schon alle wach waren runter gerannt und habe sämtliche weihnachtlichen Lichter angemacht. Ganz spontan entschieden wir uns dazu der Mausi ihr Schaukelpferd direkt zu geben. Mein Mann kam dann mit der Süßen ins dunkle Wohnzimmer und was soll ich sagen: der Baum, die ganze Dekoration – all das sie herzlich wenig interessiert. Sie hatte nur Augen für ihr Schaukeltier. Sie hat so gestrahlt dass ich direkt ein Tränchen verdrückt habe. Hat gequieckt vor Freude und konnte gar nicht so richtig glauben was da steht. Hach, das war so schön!

Weihnachten Maus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abends habe ich dann gekocht. Wer mich kennt weiß dass wir uns ab sofort auf dünnem Eis bewegen. Meistens koche ich nämlich aus gutem Grund nicht. Aber Mama a.k.a. „Größenwahn“ a.k.a. „Für meine Tochter nur das Beste“ a.k.a. „Mama kann das“ musste ja unbedingt. Als Vorspeise gab Gurken Avocado Suppe. Gekühlt. Also eben auch nicht gekocht. Ich habe drei rohe Zwiebeln, zwei Gurken und zwei Avocados reingeschnitten, Buttermilch und Joghurt rein, püriert und in den Kühlschrank gestellt. Ich gebe zu, bereits bei den drei Zwiebeln hätte ich skeptisch werden sollen. Aber wer in der Küche so gar keine Ahnung hat denkt erstmal nicht soweit. Zumindest ich nicht. Als ich die grüne Suppe schließlich serviert habe haben wir nach 3 Löffeln beschlossen direkt zum zweiten Gang zu wechseln. Ihr hättet Mausis Gesicht sehen sollen, ähnlich schief verzogen wie die unseren. Pfuiiiii. Am nächsten Tag hat mein Mann versucht noch die Suppe aufzukochen um den beisenden Zwiebelgeschmack loszuwerden. Wir haben die Suppe anschließend unter ständigem Rühren in die Toilette gekippt.

Suppe

Der Hauptgang war etwas besser aber in sich auch ein Flop. Die Hagebutten-Sauce an sich war der Hit, echt lecker. Aber meine Idee ein babygerechtes Weihnachtsmenü zu zaubern scheiterte an dem Rotwein an der Sauce. Habe ich eigentlich gar nicht mitgedacht bei der Zusammenstellung? Also keine Sauce für die Mausi. Die geplanten Lammschnitzel waren im türkischen Supermarkt meines Vertrauens aus weshalb ich Kotelett genommen habe. Das in der Pfanne so zusammengeschrumpft ist dass es am Ende genau drei Gabeln pro Person gab. Die Kartoffeln aber waren gut! Haben gepasst! An denen hat sich mein Mann satt gegessen. Der arme hungrige Kerl. Die einzelnen Komponenten des Hauptgangs waren in sich super haben aber leider gar nicht zusammen gepasst.

Hauptgang

10 Minuten nach Eröffnung des großen Weihnachtsmenüs waren wir also schon beim Nachtisch angekommen. Der Bratapfel war aber wirklich gut. Total weich und matschig aber lecker. Mit dem habe ich mir dann kulinarisch den Rest gegeben. Interessanterweise hat unsere Kleine beim Apfel das Gesicht mehr verzogen als bei der Suppe…. Ich habe ihr dann noch ein Gläschen warm gemacht. Irgendwas muss das Kind doch essen???

Äpfel

Völlig frustiert habe ich das Gröbste aufgeräumt und mich anschließend mit Rotwein und einem Buch in die Badewanne verkrochen. Juhu, Weihnachten…!! Oder so. Nächstes Jahr koche ich auf keinen Fall. Entweder wir laden uns irgendwo ein. Oder mein Mann kocht (der kann das wenigstens). Oder wir fahren weg. Oder wir bestellen Pizza. Wie auch immer, ICH KOCHE NICHT MEHR!

Der erste Weihnachtsfeiertag war schon deutlich besser. Wir waren erst bei meinen Eltern zum Brunch, anschließend bei meinen Schwiegereltern. Beide Besuche taten mir richtig gut. Vor allem bei meiner Familie haben wir Blödsinn geredet, viel gelacht, Witze gerissen. Es hat mich für den eher schlechten Heilig Abend gut entschädigt. Und einmal mehr habe ich festgestellt wie toll die neue Freundin meines Bruders ist. Wahrscheinlich wird sie diesen Text hier lesen und das darf sie ruhig auch wissen: Ich finde Dich super! Du passt ganz toll zu meinem Bruder und auch so zu unserer Familie. Wir wurden reich beschenkt und hatten wirklich einen tollen Weihachtsbrunch.

Nachmittags ging es dann zu den Schwiegereltern. Es waren ALLE da, von nah und fern. Und mit Ehepartnern und Kindern etc. kommen da schon ein paar Personen zusammen. Es war laut und chaotisch und bunt und spaßig. Genau das Richtige für mich. Leider war meine Mausi total überfordert von der Situation weshalb mein Mann und ich sie schnell aus dem Verkehr gezogen haben. Im anderen Raum konnten wir sie erstmal etwas beruhigen. Da noch die Ente meiner Schwiegermutter auf uns gewartet hat haben wir haben uns allerdings noch einen Versuch gegeben und versucht das Kind mit Essen zu bestechen. Was soll ich sgen, es hat geklappt 🙂 Unsere kleine Fressraupe war zufrieden.

Der Boomerag flog uns allerdings nachts um die Ohren als wir die Süße zwei Stunden mit nichts auf der Welt beruhigen konnten. Sie war total überfordert und ist erst eingeschlafen als sie sich müde geweint hat.

Der zweite Weihnachtsfeiertag war dann entschieden entspannter. Wir haben bewusst keine Pläne gemacht und haben die Zeit als Familie genoßen. Waren etwas an der Saale spazieren und haben das tolle Frühlingswetter ausgenutzt.

Abschließend muss ich folgendes Fazit ziehen: ich habe mir zu viel Streß gemacht. Die perfekte Wohnung. Das perfekte Essen. Die perfekte Stimmung. Die perfekten Geschenke. Leider nicht ganz mit der Realität vereinbar. Ich hoffe dass ich diese Lektion nun gelernt habe. Denn bis auf die albernen Momente mit meiner Familie war ich keine einzige Minute wirklich entspannt. Verspannt und gestresst bis in die Haarspitzen. Und das verdanke ich ganz alleine mir selbst. Nächstes Jahr möchte ich es anders machen. Wie? Weiß ich nicht. Nur so viel: ich werde einen großen Bogen um die Küche machen.

Achja, Geschenke gab es auch und die waren richtig richtig super. Schaut selbst:

Geschenke

Ich wünsche Euch einen schönen letzten Rest des Jahres, zwei Parties habe ich noch vor mir (der 1. Geburtstag!!! und Silvester). Ich werde es genießen. Mal zur Abwechslung. Und das wünsche ich Euch auch. Einen entspannten Ausklang.

Schreibe einen Kommentar

Your e-mail will not be published. All required Fields are marked

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.