Weihnachten mal anders…

Bei uns in der Familie ist es schon seit Jahren großes Thema, wer wo Weihnachten verbringt. In den meisten Familien, die ich kenne, gehen langjährige (Ehe-)Paare zu den einen oder anderen Eltern.

Wir haben kurz nach unserer Hochzeit den ersten Heilig Abend zu zweit verbracht (nach über 9 Jahren Beziehung! Davor haben wir uns auch immer abgewechselt). Es gab viel Aufruhr in der Familie, aber wir hatten ein schönes Weihnachtsfest zu zweit. Und am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag haben wir selbstverständlich die jeweiligen Familien besucht. Erwachsen werden bedeutet eben nicht nur, dass man selbst sich abgrenzt sondern eben auch, dass die Eltern irgendwann loslassen müssen.

Die Jahre drauf waren wir mal wieder da und da, durch unsere erste Abwesenheit war die große Hemmschwelle gefallen und alle gingen mit dem Thema wieder entspannt um. Dieses Jahr machen wir etwas ganz anderes…

Weihnachten on the road

Naja, fast. Wie meine treuen Instagramm-Follower wissen, fahren wir über die Weihnachtsferien nach Warschau. Lange war nicht klar, wo wir Heilig Abend verbringen würden. Da mein Mann  heute noch arbeitet, hätten wir frühestens morgen Nachmittag fahren können – und wären mitten in der Nacht vom 23. auf den 24. Dezember in Warschau angekommen, sind ja immerhin 800 km. Uns hat auch irgendwie widerstrebt einer fast 3-jährigen eine im besten Fall 10-stündige im schlimmsten Fall 14-stündige Autofahrt zuzumuten. Nach langer Diskussion und vielen Ideen hatte mein Mann dann die zündende Idee: Wir verbringen Weihnachten auf der Durchreise.

Wir entschlossen uns, in der Nähe von Breslau, was ziemlich genau die Halbzeit zwischen unserer fränkischen Heimat und Warschau darstellt, ein schickes 3 Sterne Hotel zu buchen. Dort erwartet uns ein wundervolles Weihnachtsmenü und ein festliches Frühstück am ersten Weihnachtsfeiertag. Und dann fahren wir weiter haben nur noch 4 bis 5 Stunden bis Warschau vor uns.

Weihnachten im Hotel

Zugegeben, die Idee ist improvisiert. Aber gut improvisiert. Die Vorstellung, keinen Stress mit Putzen, Kochen, Abwaschen, etc. zu haben, hat schon etwas sehr reizvolles. Abgesehen von den vier Stunden Auto davor und danach klingt das für mich geradezu nach tiefenentspannten Weihnachten.

Es ist mal etwas ganz Neues und ich bin schon sehr gespannt, wie es sein wird. Das im Umkreis von 400 km nicht ein Verwandter ist, ist natürlich befremdlich. Aber da wir ja am Abend drauf bei meiner geliebten Oma sind, geht das schon in Ordnung. Und wir haben ja uns, das wichtigste auf der Welt.

Weihnachtliche Werte

Eine Freundin hat ich im Zuge dessen gefragt, was ich meinem Kind an Werten an Weihnachten vermitteln will? Für sie sei Weihnachten das ultimative Familienfest und sie könne sich das so gar nicht vorstellen, das Fest weit weg von aller Familie in einem Hotel. Diese Frage habe ich ihr bis jetzt nicht beantwortet, weil ich selbst erstmal keine Antwort hatte.

Nun, die Antwort kommt jetzt: Da wir Humanisten sind, hat das Weihnachtsfest mit uns eh nichts mit Religion zu tun (auch wenn wir uns dessen Ursprungs durchaus bewusst sind, ich meine, Hallo? Ich bin Polin, natürlich bin ich katholisch erzogen worden. Wer sich tiefer dafür interessiert, wie wir Atheismus / Humanismus an Weihnachten unter einen Hut bekommen, den lade ich zu diesem Artikel ein: Warum ich als Humanistin Weihnachten feiere ) Zurück zum Thema: Für uns ist Weihnachten auch das Fest der Familie. Wobei wir dazu ganz klar sagen müssen, WIR sind nun eine Familie: Mama, Papa, Mausi. Das ist, was ich eingangs meinte: die Eltern müssen sich auch abkapseln und erkennen, dass die Kinder eigene Familien gegründet haben. Damit meine ich aber nicht, dass wir gnadenlos auf den Füssen anderen herumtrampeln dürfen. Aber eine gewisse Selbstständigkeit darf und muss erlaubt sein.

Wir möchten unser Tochter vermitteln, dass der Mensch mit seinen Bedürfnissenim Vordergrund steht. Wir drei als Familie sind an diesem Abend das Wichtigste. Traditionen sind schön, sie bereichern das Leben und geben Struktur – sie dürfen aber nicht zum Stahlkorsett werden. Wir schaffen uns seit Jahren immer wieder eigene Rituale, die wir wieder verwerfen, neu anpassen. Traditionen dürfen und müssen sich verändern. „Das war schon immer so“ lassen mein Mann und ich eigentlich nicht zählen, zumindest nicht unbegründet.

An Weihnachten muss man sich wohl fühlen, in sich, mit sich, miteinander. Das erreicht man nur, wenn jeder das Fest bekommt, das er sich wünscht. Mausi ist fast 3, noch ist es leicht, alle Bedürfnisse unter einen Hut zu bekommen. Wie es halt so ist: Spaß ist, was ihr draus macht. Das gilt auch für Weihnachten und alles andere.

Durch meine sehr großfamiliäre Prägung ist dieses Jahr das Experiment Weihnachten auch etwas sehr besonderes, ungewöhliches. Aber dieses Jahr passt es für uns so einfach perfekt. Wer weiß, was in den nächsten Jahren ist? Vielleicht erfülle ich mir ja den unausgesprochenen Traum von Weihnachten unter Palmen? Denn am Ende zählt nur, dass wir als Familie zusammen sind und uns wohl fühlen.

Ich lade hiermit zur Diskussion ein

Weihnachten mal anders

Könntet ihr Euch vorstellen, Weihnachten so wie wir heuer zu feiern? Habt ihr feste Traditionen oder seid ihr flexibel in Euren Ritualen? Welche Prägung hat Euer Weihnachten und welche (vielleicht neue?) Prägung möchtet ihr Euren Kindern mitgeben?

Der Gewinn

Auch an meinem letzten Türchen gibt es natürlich etwas zu gewinnen. Ich bin ein großer Fan von Ruthe, der seit einiger Zeit Zwillingspapa ist. Als Familienbloggerin ist es mir eine große Freude, Euch folgendes Buch von Ralf Ruthe und Markus Barth zu schenken:

Bitte beachtet, dass ich eben ab Sonntag in Polen bin. Ich werde die Auslosung an einem der beiden Feiertage machen (und wie immer auf meiner Facebook Seite posten). Ich werde das Buch von Polen aus bestellen und direkt an Euch liefern lassen. Etwas unromantisch, aber nicht weniger von Herzen. Andernfalls müsstet ihr bis ins neue Jahr warten, und das möchte ich ja auch nicht.

Dann nochmal zu den Spielregeln:

  • Diskutiert hier unter diesem Beitrag !
  • Jeder Kommentar ist ein Los! Wer seine Chancen erhöhen will, bekommt ein zweites bzw. drittes Los mit einem Kommentar auf meiner Facebook und / oder Instagram Seite.
  • Achtung: das Gewinnspiel läuft nur bis morgen, 23.12.2017 bis 22 Uhr!
  • Der Gewinner wird in den Kommentaren dieses Beitrags bekannt gebeben.
  • Teilnehmen dürfen alle volljährigen Personen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  • Eine Barauszahlung ist nicht möglich, der Rechtsweg wie immer ausgeschlossen.

Das vorletzte Türchen hat Katharina von Kinderleute!


Ich wünsche allen meinen Freunden, Bekannten, Lesern, Followern und Besuchern von Herzen ein friedliches und harmonisches Weihnachtsfest! Ich wünsche Euch, dass ihr das Fest so verbringen werdet, wie es für Euch am Besten passt und dass ihr am 24. Dezember und darüber hinaus einfach nur glücklich seid!


Auf dem Blog sehen wir uns erst im neuen Jahr wieder, wer mich auf meiner Polen Reise begleiten möchte, den lade ich sehr gerne auf mein Instagram Profil ein!

 

 

 

 

 

 

 

 

13 Gedanken zu „Weihnachten mal anders…

  1. Guten Morgen 🙂
    wir haben 2012 am ersten Advent erfahren, dass wir das erste Kind erwarten. Seitdem war ich Weihnachten schwanger, stillend mit Baby, wieder schwanger, wieder mit Baby und stillend und nun tatsächlich das dritte Mal schwanger 😀 Ich habe mir immer vorgestellt, mit meinen Kindern feierliche Rituale zu haben, ein zauberhaftes Weihnachten voller schöner Aktionen. In der Realität verändert sich aber alles hier mit jedem Kind, Babybedürfnissen etc und ich denke, es wird noch einige Zeit dauern, bis wie dann „unser“ Weihnachten gefunden haben. Mir ist es auch wichtig, dass die Bedürfnisse aller einigermaßen erfüllt sind und ich finde Deinen Satz ganz toll, dass Rituale schön sind aber nicht zum Korsett werden sollen, das könnte ich besser nicht sagen, genau deshalb lassen wir auch alles auf uns zukommen und schauen einfach, dass die Kinder und auch wir viel Spaß haben 🙂

    1. Ich finde es eben auch wichtig, dass sich die Rituale mit der Zeit anpassen dürfen. Deswegen darf sich dieser Prozess durchaus über mehrere Jahre hinziehen. Ich wünsche Dir eine wunderschöne Weihnachtszeit – ganz auf Eure Art.

  2. Liebe Alicja,

    Deine Idee mit dem Zwischenstopp in Breslau finde ich einfach klasse, eine super tolle Lösung, um entspannter in die Weihnachtsfeiertrage zu starten.

    Traditionen sind wichtig, jedoch genauso wichtig ist es, dass diese verändert und an die jeweilige persönliche Situation nach Bedürfnis angepasst werden. Die Werte unseren Vorfahren mit Respekt zu behandeln ist Grundvoraussetzung, um den Generationswechsel zu vollziehen.

    Jeder schafft sich durch die Abnabelung vom Elternhaus, eigene für sich wichtige Rituale, manchen bleiben bestehen und werden zur Tradition, andere wiederum werden nach einiger Zeit verworfen. Leben bedeutet Veränderung in jeder Hinsicht.

    Wir als christlich erzogene Polen, haben es nochmal ein bisschen schwerer uns abzugrenzen. Besonders an den Feiertagen, wird besonders viel Wert auf Tradition und Familie gelegt. Meine persönliche Meinung ist ja, dass wir beide es sehr gut hinbekommen haben, einen gesunden Mittelweg zu finden, um Traditionen zu achten ohne uns selbst zu verlieren.

    Durch die Geburt meiner Kinder habe ich paar Traditionen verändert, z.B. das Christbaumschmücken, die Lichterkette und der Stern für die Baumspitze wird von mir aufgehängt und der Rest des Baumes wird von meinen beiden Kindern geschmückt, ganz nach ihren Vorstellungen. Jedes Jahr in der Adventszeit darf jeder von uns sich eine neue Christbaumkugel aussuchen, je nach dem individuellen Geschmack – wir haben von klassisch bist modern alles auf unserem Baum hängen. Uns gefällt es so und das ist das einzige was zählt.

    Ich bin schon gespannt, wie sich unser Weihnachtsfest verändern wird, bald mit Teenagern im Haus und dann später mit erwachsenen Kindern. Wo und wie werden wir feiern? Welche Traditionen, Rituale werden Sie in unser Leben bringen? Wie werden wir damit umgehen?

    In diesem Sinne

    ich wünsche Dir eine erholsame Weihnachtszeit mit Deiner Oma – richte Ihr bitte Liebe Grüße von uns aus

    einen Hammer Geburtstag, eine knallendes Sylvester

    einfach paar Tage nur für Dich und Deine Lieben

    In Liebe

  3. Ich liebe Ruthe! Der Humor ist so geil böse 🙂 Und naja, wir haben schon feste Rituale und Traditionen und müssen gleichzeitig flexibel sein. Die Familie ist verstreut. Familienmitglieder werden älter/immobiler; neue Kinder werden geboren etc. Es verändern sich ja auch immer die Rahmenbedingungen. Ich überlege sogar mal ein Weihnachtsfest komplett woanders zu verbringen!
    LG Anni

    1. Gegen ein Weihnachtsfest ganz woanders spricht ja auch nix… Wenn es zu Dir bzw. Euch passt!
      Es ist, wie Du es sagst: wir können an unserem „kindlichen“ Weihnachtsfest gar nicht mehr festhalten, weil sich eben über die Zeit so viele Dinge verändern, wie Umzüge, Tode, neue Kinder. Und da finde ich es wichtig, flexibel zu sein und sich trotzdem das Weihnachten zu machen, das man sich wünscht.

  4. Ab dem Zeitpunkt als unser erstes Kind geboren wurde haben wir damit begonnen an heilig Abend unter uns zu bleiben als kleine Familie. Vorher haben wir den Tag immer mit Eltern,Großeltern, Tanten und Onkel usw in großer Runde verbracht und das war auch wirklich sehr schön. Aber inzwischen ist es für uns einfach wesentlich entspannter und stressfreier als Familie alleine zu bleiben und darauf kommt es ja auch an. Dass man sein Weihnachten so verbringen kann wie man es selbst möchte. An den Feiertagen werden dann die jeweiligen Eltern usw besucht. Dieses Jahr ist unser erstes Weihnachten zu viert und wir freuen uns schon sehr 🙂

  5. Wir sind immer noch dabei unsere Tradition als kleine Familie zu finden. Wir werden es dieses Jahr wieder versuchen Nachmittags in den Kindergottesdienst zu gehen. Alles weitere wird sich finden. Frohe Weihnachten und viel Spaß in Polen. Das Buch klingt toll.🍀lg Domi und Katja

  6. Wir feiern Heilig Abend seit wir Kinder haben immer zu Hause, wer mitfeiern möchte ist immer herzlich eingeladen. Das wechselt von Jahr zu Jahr und ist total schön. Dieses Jahr sind wir 10 Leute 🙂
    Ich finde jeder sollte Weihnachten so verbringen wie er möchte und würde da niemandem irgendetwas vorschreiben.

  7. Ich bin Weihnachts-Muffel. Bin ab dem ersten Lebkuchen im Supermarkt genervt von der oftmals aufgesetzten Fröhlichkeit, vom Austausch irgendwelcher Geschenke, vom „Frohe-Weihnachten“-Gewünsche. Und hab so natürlich keine wirkliche Tradition; abgesehen von „immer anders“. Mal bei der jeweiligen Freundin, mal mit meinen Paten, mal allein – und wenns denn sein muss, mit meiner Mutter und meinem Stiefvater.

    Im vergangenen Jahr hab ich Weihnachten (allein) in Singapur verbracht; war (tatsächlich) am Heiligabend – nach eineinhalbstündigem Kreisen in einem LH-A380 über Thailand und einem kurzen Abendessen in einem Fast-Food-Restaurant einer Mall – im 22-Uhr-Gottesdienst in der St. Andrews Cathedral. Der erste und der zweite Weihnachtsfeiertag waren (gefühlt) ganz normale (Urlaubs-)Tage, die nur aufgrund des kommerziellen Kitschs an Weihnachten erinnerten. Das beste Weihnachten, das ich je hatte.

    Leider klappts in diesem Jahr nicht; und so werde ich wohl ein paar Familienmitglieder abklappern (müssen). Fürs kommende Jahr bin ich guter Hoffnung…

    Was meine Familie dazu sagt: Tja… mir ist es – das muss ich zugeben – ziemlich egal. Ich hab aufgehört, mein Privatleben nach den Vorstellungen anderer auszurichten.

    Euch wünsch ich einen erholsamen Urlaub und ein schönes Weihnachtsfest!

    Mit lieben Grüßen
    Matthias

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